13.07.2018

Haibike FlyOn mit TQ-Motor

Auf der Eurobike gibt es so Einiges zu sehen: Überarbeitetes, Nützliches, Skuriles und Neues aus jedem Bereich der Bike-Branche. Den größten Trommelwirbel in diesem Jahr hat aber ohne Frage Haibike veranstaltet - eine große Präsentation auf der Eurobike-Bühne mit anschließender Enthüllung der absolut heißen und unerwarteten Neuheit am Haibike-Stand - der Flyon-Serie mit bärenstarkem TQ-Motor. Schön zu sehen, dass sich die Hersteller nicht nur auf ihren alten Modellen ausruhen, sondern "e-Bike" noch immer neu erfinden können. Was kann das FlyOn und was bringt der TQ-Motor?

Eine Menschenmasse am Haibike-Stand, die sich wie eine Traube um mehrere Glaskästen drängt. Im Inneren: 2 Modelle der neuen FlyOn-Serie, ein XDURO NDURO und ein XDURO ADVNTR Trekking-Rad. Schön sehen sie aus, wie sie da im glänzenden Glaskasten stehen. Eine klare Designsprache, fließende Übergänge, ein aufgeräumtes Cockpit, ein integrierter Akku und ein auffallender Motor am Tretlager. Auffallend nicht nur wegen des großen Kettenblatts, sondern auch wegen der Kühlrippen am Motorcover. Filigran sind sie nicht die Bikes mit dem brachialen 120 Nm-TQ und dem 630 Wh Akku, aber stimmig in ihrem ganz eigenen Konzept. "Schneller, stärker, steiler - geiler". So drückt es Haibike aus.



120 Nm TQ-Antrieb im Haibike FlyOn

Klar, bevor wir über andere Feinheiten sprechen, müssen wir uns dem Motor widmen - dem TQ-Antrieb oder wie Haibike ihn nennt: Den Haibike HPR 120S. "Bergauf fliegen" wird durch die 120 Nm der FlyOn-Engine mit Sicherheit neu definiert. Dank des patentierten Pinring-Getriebes kann dieser Antrieb so extrem kraftvoll agieren. Wir sind ihn Probe gefahren - das Ergebnis: Ein Schub, den ich bisher in noch keinem e-Bike Antrieb gespürt habe. Eine Steigung von circa 13 % auf dem Messegelände habe ich in der höchsten Übersetzung dennoch locker gemeistert. Fünf Mal ins Pedal getreten und schon war ich an der 25 km/h-Grenze. Mit Sicherheit muss man diese Art von Antrieb mögen, muss auf den starken Schub und die extreme Kraftentwicklung stehen. Tut man dies, ist der TQ (Haibike HPR 120S) vielleicht das Geilste, was man jemals in einem e-Bike gefahren ist.


Kettenblatt und Motorcover im Einklang

Um das System mit dieser Kraft (und der Wärmeentwicklung) nicht zu überfordern, ist das Motorcover mit gefrästen Kühlrippen ausgestattet. In selbiger Designsprache ist auch das geschmiedete Kettenblatt mit wide-narrow Zahnprofil gehalten - das Auge isst schließlich mit. Dieses eigens konstruierte Direct-Mount Kettenblatt überträgt die Motorkraft direkt auf den Antriebsstrang und ist in zwei Varianten vorhanden: 38 Zähne für eMTBs und 42 Zähne für den Touring-Bereich.


Speed-Sensor Disc für 18 Signale pro Radumdrehung

Bisherige Speed-Sensoren in den Speichen haben die Daten ein Mal pro Radumdrehung an das System geschickt. In der FlyOn-Serie hat Haibike eine Sensorenscheibe entwickelt, die von der Idee der Scheibe am Bosch ABS entnommen wurde. Diese Speed-Sensor Disc schickt 18 Signale pro Radumdrehung an das System. So kann schneller und dynamischer auf unterschiedliche Anforderungen reagiert werden.


integrierter 630 Wh Akku mit Schnellladegerät

Der Akku sitzt - wie sollte es anders sein - integriert im Unterrohr und bietet 630 Wh in 56 Zellen mit 48 Volt. Haibike hat sich wahrscheinlich aus Geometrie- und Optik-Gründen für diese Akkukapazität entschieden, denn nach Rücksprache mit TQ wissen wir, dass der Antrieb auch mit 800 Wh und sogar über 1.000 Wh-Akkus verbaut wurde. Im Gegenzug liefert Haibike in der FlyOn-Serie aber ein optionales Ladegerät-Upgrade. Standardmäßig wird ein 4-Ampere-Ladegerät ausgeliefert, im Upgrade erhält man 10 Ampere, so dass der Akku in sagenhaften 60 Minuten von 0 % auf 80 % geladen werden soll.

Die FlyOn Präsentation auf der Eurobike:



5 Unterstützungsstufen im Haibike Flyon TQ-Motor

Da 120 Nm sich sinnvoll auf unterschiedliche Modi verteilen müssen, gibt es in der Haibike Flyon-Serie gleich 5 Unterstützungsstufen zur Auswahl. In zwei Unterstützungsstufen steht dem Fahrer eine dynamische Tretkraftunterstützung zur Verfügung, die Unterstützung ist in diesen Fällen also pedalgesteuert, wie wir es von Shimano und Bosch (eMTB-Mode) gewohnt sind.


  • ECO Mode - ausgerichtet auf hohe Reichweite
  • LOW Mode - Motor spürbar präsent 
  • MID Mode - dynamischer Modus
  • HIGH Mode - dynamisch, aber kraftvoller
  • XTREME Mode - permanent 120 Nm


Das Flyon-Cockpit: adaptiv, aufgeräumt, intuitiv


Das Cockpit in der FlyOn-Serie ist wirklich sehr stimmig, sehr aufgeräumt und futuristisch. Integrierte Kablezüge gehören zum guten Ton, was allerdings nicht dazu gehört, ist ein standardmäßiges Lichtsystem am eMTB. In der höchsten Ausstattungsvariante bietet der Skybeamer 5000 mit Abblendlicht, Tagfahrlicht und 5.000 Lumen (!) auch Fernlicht. Nachts noch eine Runde auf den Haustrail? Kein Problem. Am Heck sitzen die TwinLights integriert in den Ausfallenden. Beide Scheinwerfer sind entweder über die Remote oder vollautomatisch über einen Helligkeitssensor zu steuern.


FlyOn: Display und Remote

Kleine Dinge können manchmal den größten Aufwand bedeuten. So ähnlich hat es Haibike auf der Präsentation ausgedrückt, als es um die Vorstellung der Remote ging. Oben auf der Remote sitzt ein Dreh-/Drückknopf (ähnlich wie bei der Display-Steuerung im Auto), mit dem man bequem durch die Display-Funktionen und Einstellungen navigieren kann. Die Schiebehilfe sitzt an der Unterseite der Remote und kann so beim Schieben leicht erreicht werden. Praktisch scheint der Modi-Schalter zu sein, der mit dem Daumen bedient werden kann, ohne die Hand vom Lenker zu lösen. Ein Led-Streifen am Rand der Remote zeigt die aktuelle Unterstützungsstufe durch unterschiedliche Farben an.



Das Display sitzt ebenfalls in der Mitte des Lenkers und schafft so einen stimmigen Übergang von Display, Frontlicht und Lenker. Das transflektive Display schützt vor Sonneneinstrahlung, das Besondere ist allerdings, dass es sich um ein dynamisches Display handelt. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit rücken die übrigen Fahrdaten vollautomatisch in den Hintergrund und die Geschwindigkeit wird größer als zuvor auf dem Display angezeigt.



Die FlyOn-Modelle werden voraussichtlich erst im Mai 2019 produziert. Wir hoffen, wir können euch schon bald einen ersten Test vorstellen!

Die Modelle der Haibbike Flyon-Serie

Insgesamt wird es 10 Modelle in der Flyon-Serie mit TQ-Motor geben.

Die Flyon XDURO NDURO-Serie mit 180 mm Federweg umfasst drei Modelle:

  • XDURO NDURO 10.0   8.999,-
  • XDURO NDURO 8.0     6.999,-
  • XDURO NDURO 5.0     6.299,-


Die ALLMTN-Modelle sind erstmalig mit zwei unterscheidlichen reifengrößen ausgestattet - vorne 29'', hinten 27,5+''. Mit TQ-Motor gibt es ebenfalls 3 Modelle in dieser Serie:


  • XDURO ALLMTN 10.0 8.999,-
  • XDURO ALLMTN 8.0   6.999,-
  • XDURO ALLMTN 5.0   5.999,-


Auch im Hardtail-Bereich finden sich zwei Modelle mit TQ-Motor. Die XDURO ALLTRAIL Bikes haben 140 mm Federweg, eine sportliche Geometrie mit flachem Reach.


  • XDURO ALLTRAIL 6.0 4.999,-
  • XDURO ALLTRAIL 5.0 5.999,-


Die ADVENTR-Modelle bedienen den Trekkingbereich, hier sitzen die Rücklichter an beiden Seiten an den Gepäckträgerstreben.


  • XDURO ADVENTR 6.0 5.999,-
  • XDURO ADVENTR 5.0 4.999,-




Noch mehr Haibike-News für 2019


Wem die FlyOn-Serie mit TQ-Motor doch zu brachial und optisch zu massiv ist, findet vielleicht an folgender Neuigkeit gefallen: Erstmals verbaut Haibike integirrte Yamaha-Akkus. Somit folgt nach dem Bosch-Intube aus dem letzten Jahr auch eine integrierte Akkulösung von Yamaha. Einige wenige Modelle werden aber weiterhin mit Unterrohrakku zu haben sein. Zusätzlich gibt zwei brandneue Yamaha-Displays von denen wir an dieser Stelle noch ausführlicher berichten werden.


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Zuletzt aktualisiert am 13.07.2018

Verfasst von Jenny

1 Kommentar:

  1. Guter Bericht :-) Die Carbon-Rahmen scheinen von der Fritzmeier-Group gefertigt/designt werden, optisch sehr, sehr nahe an den M1-Sporttechnik-Rahmen Spitzing/Sterzing!
    Bin ein Spitzing schon vor 2 Jahren probegefahren bei den E-Bike-Days Starnberg, aber damals hatten die das noch nicht hinbekommen, ne Motorsteuerung so zu programmieren, daß die 120 Nm auch "ankommen" ohne daß die Kette "durchrutscht" auf den kleinen Ritzeln oder ne Nuvinci Harmony den Geist aufgibt trotz eingebautem Schlupf :-) Meine Meinung und Erfahrung: Für uns MTB'ler, die steilste Anstiege fahren wollen, zählt nicht die Maximal-Power, sondern die "Dosierung" der Power! Ich wünschte mir z.B. ein Fazua-Fully (gibts wohl nächstes Jahr von Focus) oder eins mit Bosch Active Plus-Motor, Hauptsache das Gewicht geht runter und ich bekomm das E-MTB auch mal ohne Bandscheibenvorfall über einen Allgäeuer Weidezaun ;-)
    Generell ist der TQ-Motor aber genial konstruiert/designt und sollte eigtl. ewig halten, top!

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