25.01.2018

eBike Markenbotschafter: Von Tschugg & Pilgrim zu Extremkletterern und Weltreisenden

Guido Tschugg wechselt zu Husqvarna und Haibike schnappt sich Sam Pilgrim, diese Neuigkeiten habt ihr sicherlich schon gehört. Wir wollen aber die Gelegenheit nutzen, um den Wechsel noch einmal genauer zu Betrachten und - weil die ProRider im eMTB-Bereich doch sehr rar gesät sind - zeigen, was für interessante Markenbotschafter andere Pedelec-Hersteller haben.

Guido Tschugg wird nicht nur Husqvarna Bikes fahren, sondern auch an der Entwicklung teilhaben.
Guido Tschugg auf einem Husqvarna eBike. Foto: Husqvarna
Guido Tschugg dürfte vielen eMTB-Sport interessierten sicherlich bekannt sein, war er doch in den vergangenen drei Jahren Markenbotschafter bei Haibike und konnte dort mit seinem, primär auf den Downhill Bereich ausgelegten Stil, den eMTB Sport mit all seinen Möglichkeiten in diese Richtung öffnen. Des Weiteren gab es die ersten Tschugg ProModels im Haibike Sortiment, welche vom Meister selbst mit erdacht und aufgebaut wurden. Guido hat eine aufregende Karriere hinter sich, die auch manchmal unerwartete Wendungen genommen hat. Er hatte bereits viele Titel, bevor ihm der, des Haibike-Markenbotschafters verliehen wurde, unter anderem Downhill-Weltmeister, bekanntester und erfolgreichster Mountainbiker Deutschlands, Red Bull Athlet. Nachdem er seine Wettkampfkarriere offiziell an den Nagel gehangen hat, packte ihn die eBike Leidenschaft und als schon keiner mehr damit rechnete, stieg er wieder aufs unmotirisierte eMTB und gewann mal eben so die Downhill-Meisterschaft in der Ü40-Klasse.

Altmeister Guido in neuer Herausforderung


Und nun folgt wieder eine unerwartete Wendung: Guido Tschugg folgt seiner Chefin Susanne Puello zur neu gegründeten Pexco GmbH und wurde eben jüngst als ProRider für Husqvarna bekannt gegeben. Erfreulich in diesem Zusammenhang dürfte für Guido auch die Tatsache sein, dass er bei Husqvarna auf das Portfolio der Enduro & Motocross Motorräder zurückgreifen kann. Damit hat er nun die Möglichkeit, zwei Welten miteinander zu vereinen und neue Impulse zu setzten. Und was Guido besonders freut ist, dass er neben dem Testen der Pedelecs und der Produktion von Content auch maßgeblich an der Entwicklung neuer Modelle teilhaben wird.




Sam Pilgrim ist in der eBike Szene relativ unbekannt, hat jedoch in der klassischen Bike Szene ein weitreichend bekanntes Image als erfolgreicher Freeride Contest Biker und Vlogger (Video Blogger). Mit seinen noch jungen 28 Jahren ist Sam einer der jüngsten ProRider im eMTB Sektor, damit verbunden dürfte der erste Generationswechsel dieser noch immer jungen neuen Sportart verbunden sein. Das Ziel seiner Aktivität bei Haibike dürfte also das Erreichen der Generation U30 sein.

junger Trendsetter Pilgrim - mischt er jetzt Haibike auf?


Wer sich allerdings näher mit Sams Biografie beschäftigt, wird nicht verwundert sein, dass dieser doch recht junge Fahrer nun für Haibike fährt. 1990 ist der Freerider in Colchester England geboren und gewann bereits mit 14 Jahren seinen ersten Contest, den Filthy 48 in England. Es macht den Anschein, als hätte Pilgrim nicht viel Zeit außerhalb des Bike-Sattels verbracht, denn es folgten viele weitere Preise: 2011 gewann er den Red Bull District Ride in Deutschland, 2013 strich er weitere Siege ein, beispielsweise in Montpellier beim FISE Slopestyle oder beim 26TRIX in Österreich. Sein mit Sicherheit größter Erfolg ist aber der Gesamtsieg bei der Freeride World Tour 2013.

Pilgrim hat es verstanden, sein Können und seine Erfolge in einem einzigen Kanal zu kompensieren, nämlich in seinem Youtube-Kanal. Hier deckt er nahezu alle Themen rund ums Freeriden ab - von Fahrtipps über Reiseberichte bis hin zu Anleitungen, wie man die eigene GoPro am besten für Fahrvideos einsetzt. Mit 129.000 Abonnenten und durchschnittlich zwischen 20.000 und 30.000 Aufrufen pro Video, gehört Sam Pilgrim für die junge eMTB-Zielgruppe definitiv zu den Haupt-Influencern - Haibike hat sich mit ihm also nicht nur einen erfahrenen Freerider, sondern auch ein Eigenmarketing-Genie geangelt und so den "Altmeister" Guido gegen den medialen eMTB-Trendsetter Sam ausgetauscht. Es wird interessant sein zu sehen, was diese Symbiose nun für Früchte tragen wird!

Sam's Youtube-Kanal


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Ich bin gespannt wie die beiden den eMTB Sport weiter voran treiben werden und ob neben der Aufgabe als Markenbotschafter und Image Funktionär das kreative fahrerische Potenzial der beiden das eMountainbiken in neue Richtungen prägen wird.

BH Bikes: Der Weltenradler als Markenbotschafter


Mit dem eBike durch Alaska, ein Traum, den Tobias Waggon mit BH Bikes wahr macht.
Tobias Waggon bei einer eBike Expedition in Alaska. Foto: BH Bikes
Ein weiterer Name, der an dieser Stelle erwähnt werden sollte, ist Tobias Woggon. Tobias ist in der Welt der Enduro-Rennen kein Unbekannter und hat zahlreiche nationale und internationale Siege eingefahren. Seit einiger Zeit ist für ihn die Teilnahme an Wettbewerben eher in den Hintergrund gerückt und er wurde erneut bekannt als der "rasende Reisende" (Deutsches Mountainbike Magazin). Tobias bereist die ganze Welt mit seinem Fahrrad (neuerdings mit Pedelecs von BH Bikes) und entdeckt dabei die entlegensten Orte, von Kappadokien, Kanada, Alaska....Tobias ist mit seinem Bike überall dort unterwegs, wo die Möglichkeiten "normaler" Biker schon lange aufgehört haben. Und seit 2017 ist Tobias auf e-Bikes unterwegs, nämlich auf Bikes des baskischen Herstellers BH Bikes. Dafür beendete der Weltenbummler seine Kooperation mit dem kalifornischen Bike-Hersteller Ibis. Woggon trägt die BH-Botschaft also weit in die Welt hinaus, stellt den Basken aber auch sein Know-How zur Verfügung, denn er sieht in der Marke "enormes Potenzial auch außerhalb Spaniens zu einer der stärksten Brands im (E)-MTB Bereich zu werden." (prime-mountainbiking.de).

Reisehomepage von Tobias Woggon

Ein Markenbotschafter ist, wenn ein Extremkletterer mit dem eBike zum Berg fährt
So sieht es aus wenn Kletterprofis sich um das eBike-Image bemühen - lässig, wie hier bei Alexander Huber. Foto: Corratec

Wenn ein Extremkletterer mit dem eBike zum Berg fährt


Corratec schlägt neben dem hauseigenen Rennteam noch einen anderen Weg in Sachen Markenbotschafter ein und ging eine Kooperation mit den Extrem-Alpinisten, den Brüdern Thomas und Alexander Huber ein. Der Vorteil für beide Parteien liegt hierbei auf der Hand: Die Brüder können ihre Wege den Berg hinauf bequem im Turbo-Modus zurücklegen - ohne wertvolle Kraft zu verschwenden, die sie an der Steilwand bitter nötig haben - und Corratec erreicht eine Zielgruppe, die dem eMTB ansonsten wohl eher skeptisch gegenübersteht. Allerdings steckt bei den Brüdern auch definitiv pure e-Bike Überzeugung hinter der Kooperation, denn wie Alexander verrät, nutzt er sein Pedelec häufig auch in der Freizeit und im Alltag, meistens mit einem Kinderanhänger hintendran und als Autoersatz.

zur Homepage der Huberbuams

Auf ihrer Weltexpedition legen die Katzers einen erheblichen teil auf dem eBike zurück.
Tanja & Dennis Katzer mit ihrem auf einer Etappe in Asien. Foto: Riese&Müller

gesponserte eBikes für die Weltreise mit Riese & Müller


Der reine eBike Hersteller Riese & Müller aus Darmstadt ist beim Thema eBike Reisen sogar noch einen Schritt weiter gegangen und hat das Ehepaar Tanja & Dennis Katzer mit eBikes und Equipment ausgestattet, womit die beiden 7.000 Radkilometer und 43.793 Höhenmeter auf ihrem Weg nach Kambodscha zurückgelegt haben. Dabei sind sie durch die Mongolei, die Wüste Gobi und durch China geradelt. Mit dabei ist immer ihr weißer Schäferhund, der einen eigenen Anhänger zum Entspannen dabei hat. Diese Strecken, die die beiden auf dem eBike zurückgelegt haben, sind lediglich Etappen, auf ihrer Weltexpedition, die insgesamt 30 Jahre andauern soll.

Reisebericht der Katzers bei Riese & Müller
zur Reisehomepage von Tanja & Dennis Katzer

Interessant ist auf jeden Fall, dass es bisher im eMTB Sport insgesamt relativ wenig ProRider gibt. Finanziell hat der eMTB Markt sicherlich vieles zu bieten, hat doch gerade dieser Bereich der Industrie und den Fahrradhändler "Goldene Zeiten" beschert. Momentan fehlt es lediglich noch an geeigneten Plattformen, wie beispielsweise eine populäre Wettkampfstruktur, um es für mehr sportlich ausgelegte Biker interessant zu machen und damit verbunden die Aufmerksamkeit in diesem Bereich zu steigern. Und bis es soweit ist, werden sich die Hersteller mit Sicherheit noch weitere Kooperationen außerhalb des sportlichen Sektors überlegen, die ich aber durchaus interessant finde.


Weitere Links zum Thema:
- Guido Tschugg (Facebook)
- Sam Pilgrim (Facebook)
- Pexco - Bikes
- Haibike
- BH Bikes
- Corratec
- Riese & Müller


Zuletzt aktualisiert am 15.01.2018.

Verfasst von Autor Name. WillLee

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