04.01.2018

Aktiv durch den Winter (3) - Der Dirtsuit auf dem eBike

Im Test: Ein Schmutzwetter-Overall fürs eBike Fahren im Winter.
Ein Einteiler zum Biken?!? Ja genau!
Wenn es darum geht den optimalen Schutz für die kalte Jahreszeit zu finden, geht kein Weg an dem Einteiler von Dirtlej vorbei. Ich bin das Modell "Dirtsuit Core Edition" in den letzen Wochen ausgiebig gefahren und berichte nun über meine Erfahrungen. Etwas speziell sieht das Teil mit seiner pinken ZipperLine ja schon aus, aber die Funktion überzeugt auf voller Linie.

eBike Bekleidung im Winter: ein leidiges Thema


Bisher bestand mein Setup, was die Kleidung betrifft, unter winterlichen Bedingungen aus einer klassischen langen Vaude Hose mit lockerem Schnitt. Am Oberkörper kamen drei Schichten zum Einsatz - Thermo Unterwäsche, eine Funktionsjacke und je nach äußeren Bedingungen ein zusätzlicher Wetterschutz um Nässe abzuhalten.
Zeitweise ergab sich hierbei das Problem, dass zwischen Hose und Jacke auf Dauer Kälte bzw. Nässe seinen Weg zum Körper finden konnte. Zudem tragen die vielen Schichten doch etwas beengend auf, was der Bewegungsfreiheit nicht förderlich zu Gute kommt.
Ein sehr unangenehmer Umstand, vor allem wenn es bei Schneeregen 1000 Tiefenmeter zu bewältigen gilt.

Meine Suche nach der perfekten Winter-eBike-Bekleidung


Den Dirtlej Dirtsuit gibt es mit unterschiedlichen Farbakzenten, aber immer in der Hauptfarbe grau.
Auf der Suche nach einer neuen Winterbekleidung bin ich dann im Herbst auf die Modelle von Dirtlej gestoßen. Die Macher von Dirtlej haben ihren Sitz, ebenso wie wir, hier am Südschwarzwald. Durch die direkte Verbindung zu den Bergen und dem Mountainbike Sport ist die Produktentwicklung sehr praxisnah und resultiert aus den direkten Erfahrungen auf dem Bike.

Zunächst beschäftigte sich Dirtlej mit Schutzelementen für den Biketransport. Jüngst aber präsentieren sie uns, neben klassischer Bike Bekleidung, eine ganze Reihe von Einteilern für den (e)MTB Sport.
Hier gibt es insgesamt vier unterschiedliche Modelle, quasi für jede Jahreszeit und jeden Einsatzbereich.
Mit dem Modell "Dirtsuit Core Edition" kommt nun ein Bike-Einteiler für den unangenehmen, winterlichen Einsatz auf den Markt.

Der Dirtsuit Core Edition kommt in zwei Farbvarianten daher. Beide in einem dunklen Grundton gehalten, die Zipper Line entweder in orange oder, wie hier zu sehen, in pink. Dieses Pink ist sicherlich Geschmacksache, da jedoch bereits im Herbst dieser Anzug in Größe XL nur noch in der pinken Variante verfügbar war, habe ich darüber einmal dezent hinweg gesehen.

Dirtsuit: Die Passform auf dem eBike


Damit wären wir auch gleich beim nächsten Thema - die Passform.
Normalerweise bin ich mit meinen 1,80m bei 83kg ein klassischer L-Größen Träger. Bei diesem Teil habe ich alle Varianten ausprobiert - Größe M & L und bin dann, letztendlich doch bei XL gelandet.
Der Beschreibung zu Folge sollte der Anzug so geschnitten sein, dass dieser den identischen Maßen einer L-Konfektion anderer Hersteller entspricht. Tatsächlich ist die Größe L vor allem an Hüfte und Bauch dann doch recht satt, so dass ich mich in der XL Variante wesentlich wohler fühle. Übrigens gibt es hier bisher keine men / woman Variante, was vielleicht aus den optischen Merkmalen abzuleiten wäre.

Insgesamt sitzt der Dirtsuit etwas baggy (weit), ist jedoch an den entscheidenden Stellen wie im Schritt und an den Beinenden eng betont. Daraus ergibt sich ein funktionelles Kleidungsstück. Denn zum einen verhindern die engeren Schnitte im konkreten Fall das Einhängen am Sattel des Pedelecs mit dem Schritt und die Beinenden bilden einen abschließenden Übergang zu den Schuhen.
Zum anderen schaffen die weit gehaltenen Teile ein Luftpolster zwischen Kleidung und Körper, was letztendlich der Isolierung dient und Kältebrücken reduziert.

Weitere Details bestehen aus den zahlreichen Lüftungsschlitzen, welche über einen versiegelten Reißverschluss je nach Bedarf geöffnet werden können um das Klima im Anzug zu regulieren.
Am Rücken dienen zwei Stretch-Einlagen für genügend Bewegungsfreiheit, so dass der hoch abschließende Halsbereich bei jeder Aktion in Position bleibt.
Die fest angenähte Mütze lässt sich bei Bedarf aus einer Art Nackentasche herausziehen und sogar über den Helm ziehen. Mittels Gummizügen in der Kapuze schließt diese dann eng und wetterfest ab.

Der Schmutzwetter-Overall der mitwächst


Der Sitz des Schmutzwetter-Overalls kann mittels Hüftgurten stufenlos angepasst werden. So bleibt selbst nach der kalorienreichen Weihnachtszeit noch genügend Spielraum dem Hüftspeck etwas mehr Raum zu geben ohne dabei Druckstellen zu bekommen.
An den Fußenden, welche übrigens bis auf Kniehöhe abnehmbar sind, lässt sich die Bundweite ebenfalls mittels stufenloser Klettfixierung einstellen. Die Innenseite an den Hosenbeinen, im unteren Bereich, sind durch ein verstärktes Material gegen Abreibungen an der Tretkurbel geschützt.

Im Winter: eBike-Bekleidung mit Luftpolster


Bei dem Fotoshooting, wie auf den Bildern zu sehen, hatten wir einen leichten, unangenehmen Wind auf der Anhöhe bei Temperaturen um die 0°C. Dazu etwas Sonne.
Hierbei zeigte sich, dass der dunkel gehaltene Farbton die Sonnenstrahlen angenehm auffing und das isolierende Luftpolster im Inneren des Anzugs angenehm erwärmte. Auch wenn das dünne und robuste Außenmaterial mit einer 15.000 mm Wassersäule die wärmenden Eigenschaften nicht vermuten lässt, herrscht trotz des frostigen Windes ein angenehmes Klima. 

Wichtig: Wasserdampfdurchlässigkeit der eBike-Bekleidung


Unter körperlicher Betätigung auf dem eBike bleibt das angenehme Klima erhalten. Durch das atmungsaktive Gewebe mit 15.000 mvp (Wasserdampfdurchlässigkeit) gelangt Hauttranspiration schnell nach draußen und staut sich nicht in an der Unterbekleidung. Somit bleibt die Funktionsunterwäsche auch bei längeren Touren trocken, das befürchtete Auskühlen durch nasse Kleidung findet nicht statt.

Soweit man dies nun nach einigen Wochen sagen kann, arbeitet das Außengewebe zuverlässig gegen Wasser und Schmutz. Der Körper bleibt hier vor äußeren Einflüssen geschützt.
Jedoch wird die Zukunft zeigen wie es um die Langlebigkeit bestellt ist.

Ein Manko: Zu kleine Taschen


Etwas unglücklich sind die zu klein gehaltenen Taschen an der Hüfte. Diese bieten lediglich Platz für einen Schlüssel oder eine Packung Papiertaschentücher. Für gewöhnlich habe ich auf den schnellen Bikerunden keinen Rucksack dabei und trage Smartphone sowie Schlüssel direkt bei mir. Gut, das Mobiltelefon mit einer Größe von 5,5" findet in einer der beiden Brusttaschen gerade so Platz. Dort ist es, um beim Pedalieren nicht zu stören, sowieso besser platziert.


Fazit zum eBike Schmutzoverall von Dirtlej


Für mich ist der Dirtlej Dirtsuit in der Core Edition die absolute Nummer 1 unter winterlichen Bedingungen.
Er trägt sich angenehm leicht, schützt vor Kält und schafft ein angenehmes Klima beim Biken. Daneben verfügt das Außenmaterial über eine hohe Wasserdichtigkeit und der Rücken bleibt durch den speziellen Schnitt, wie es ein Einteiler mit sich bringt, immer trocken.
Ist man einmal total vollgesaut, so kann man das gute Stück einfach in einem Stück ausziehen und ist darunter soweit frisch, die Wohnung oder Auto (falls Bikespot doch mal mit dem Vierrad angefahren wird) muss nicht verschmutzt werden. Sehr praktisch!
Achja, der Preis beträgt knapp 300€, damit entspricht er in etwa einer wertigen Bikesport-Hose mit Jacke in Kombination.

Freilich bleibt abzuwarten wie der Dirtlej nach einer Saison aussieht, dazu dann aber mehr im Frühling.
Übrigens ist die 2018er Kollektion in anderen Farben gehalten und wird in einer men (braun/rot), woman (türkis/grün) und kids (blau/gelb) Variante ab August 2018 zur Verfügung stehen.   



Fotostrecke zum Dirtlej Dirtsuit Core Edition

An der Hüfte kann der Dirtsuit über zwei Gurte enger oder weiter geschnürt werden, vorteilhaft beim eBike Fahren uund vorallem nach Weihnachten!
In der Front Ansicht gut zu erkennen wie die Klettgurte oberhalb der Hüftkämme
den Unterteil des Anzugs stützen. Damit lasstet nicht das gesamte Gewicht auf den Schultern. 
Zwei Stretcheinlagen verhindern, dass der Nacken bei gestreckter Haltung auf dem eBike frei liegt.
Von hinten betrachtet, sieht man oberhalb des Gesäßes liegend die beiden ringförmigen
Strech Einlagen. Damit wird verhindert, dass bei gestrecktem Oberkörper der
Nacken- und Halsbereich frei liegt.  


Der Übergang zu den eBike Schuhen kann über Klettverschlüsse angepasst werden.
Enger Übergang zwischen Schuhe und Beinende, dieser lässt sich mittels Klettstreifen stufenlos anpassen. 

Die in der Nackentasche versteckte Kapuze des Overalls passt sogar über den eBike Helm.
Die integrierte Kapuze lässt sich einfach aus der Nackentasche entnehmen...

Die Kapuze des eBike-Overalls fasst das Gesicht gut ein, lässt aber ein ausreichend großes Sichtfeld.
... und direkt über den Helm ziehen. Durch zusätzliche Gummizüge sowie dem hoch geschnitten Halsbereich
wird das Gesicht gut eingefasst.  

Ein negativer Punkt des eBike-Anzugs: Die Hüfttaschen sind zu klein, hier passt noch nicht einmal ein Handy herein.
Die Hüfttaschen sind doch sehr klein, ein Smartphone findet hier keinen Platz.


Schnee und matsch kann dem eBike Anzug nichts anhaben, von außen dringt auf der eBike Tour keine Feuchtigkeit ein.
In Matsch und Schnee ist der Dirtlej Dirtsuit Zuhause

Durch den weiten Schnitt am Oberkörper hat man im Schmutzanzug noch genügend Bewegungsfreiheit auf dem eBike.
Spaß macht´s! Noch schöner wenn man bei diesem Matsch schön geschützt bleibt. 

Mein Test hat es bewiesen: von außen ist der eBike Anzug von Dirtlej dreckig, innen ist alles sauber und trocken!
Nach dem Trail-Run mit Kälte, Matsch und Schnee.

Fotos: Hieronymus Gottschaldt


Weitere Links zum Thema:
Aktiv durch den Winter (1) - Grundpflege des eBikes
- Aktiv durch den Winter (2) - Schutz für eBike und Fahrer

Zuletzt aktualisiert am 04.01.2018
Verfasst von WillLee

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